Trägerversuche in realen Arbeitsumgebungen
Wie Praxistests die tatsächliche Leistungsfähigkeit von Schutzkleidung aufzeigen
Kurz nach der Jahrtausendwende ereignete sich bei einem Kunden ein Vorfall. Eine Hose fing in der Fabrik Feuer, obwohl der Stoff alle Anforderungen und Normen erfüllte.
Wie konnte das passieren?
In diesem Artikel erklären wir, warum realistische Stoff- und Trageversuche entscheidend sind und wie sie direkt am Arbeitsplatz durchgeführt werden können. Selbst wenn Kleidungsstücke in Laborumgebungen getestet und zugelassen werden, können reale Arbeitsbedingungen Schwachstellen aufdecken, die sonst unbemerkt bleiben würden.
Die Realität unterscheidet sich vom Labor
In diesem Fall stellte sich heraus, dass sich das flammhemmende Gewebe im Laufe der Zeit zersetzt hatte. Die flammhemmende Baumwolle war nach und nach aus dem Kleidungsstück ausgewaschen worden.
Gemeinsam mit dem Kunden beschlossen wir, auf ein inhärent flammhemmendes Gewebe umzusteigen, bei dem der Schutz in die Fasern eingebaut ist und nicht durch Waschen beeinträchtigt wird.
In diesem Artikel wird erläutert, wie sichergestellt werden kann, dass Schutzkleidung unter realen Arbeitsbedingungen ihre Funktion erfüllt, und wie einfache Tests wertvolle Erkenntnisse über den genauen Schutzgrad eines Kleidungsstücks liefern können.
Bei Tranemo konzentrieren wir uns bei der Entwicklung von Schutzkleidung zunächst auf spezifische Risiken und reale Arbeitsbedingungen. Ähnlich wie bei unserem risikospezifischen Ansatz geht es bei den Trageversuchen darum, sicherzustellen, dass jedes Kleidungsstück in seiner Arbeitsumgebung seine Funktion erfüllt. Nur in der realen Arbeitsumgebung können Schutz, Komfort und Funktion wirklich bewertet werden.


Vier Schritte, um sicherzustellen, dass die Schutzkleidung für die Arbeitsumgebung geeignet ist
Eine wichtige Erkenntnis ist, dass Labortests niemals den Einsatz in der Praxis ersetzen können. Aus diesem Grund haben wir vier wichtige Schritte entwickelt, um sicherzustellen, dass jede Schutzkleidung in ihrer spezifischen Arbeitsumgebung die gewünschte Leistung erbringt.
1. Stofftests für Schutzkleidung
Stofftests in realen Umgebungen sind oft der erste Schritt. Wenn es noch keine Lösung gibt, schicken wir Stoffproben an den Kunden, damit er sie vor Ort testen kann, zum Beispiel auf Spritzer von geschmolzenem Metall.
Das ist besonders wichtig, weil die Norm EN 11612 nur den Schutz vor geschmolzenem Eisen und Aluminium testet. Andere Metalle und Legierungen können Stoffe ganz anders beeinflussen. Tests beim Kunden sind daher entscheidend, um zu beurteilen, ob der Schutz den tatsächlichen Risiken am Arbeitsplatz standhält.
Bei geringeren Risikostufen ist diese Art von Tests nicht immer erforderlich.
2. Trageversuche für Schutzkleidung
Erfüllt die Kleidung im täglichen Gebrauch die Erwartungen? Passt sie richtig? Sind Taschen und Stretcheinsätze richtig positioniert?
Trageversuche liefern Antworten darauf, wie sich die Kleidung im Laufe der Zeit in Bezug auf Schutz, Komfort und Haltbarkeit bewährt. Indem Sie den Trägern ermöglichen, die Kleidung unter realen Arbeitsbedingungen zu tragen, oft über mehrere Monate hinweg, erhalten Sie ein klares Bild von Funktionalität und Langlebigkeit.
Die Zusammenarbeit mit Wäschereien kann ebenfalls wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, wie sich häufiges Waschen auf die Kleidung auswirkt.
3. Nutzerrat für Schutzkleidung
Um strukturiertes Feedback zu sammeln, empfehlen wir die Einrichtung eines PSA‑Auswahlgremiums dem sowohl Träger als auch Entscheidungsträger angehören. So entsteht ein Forum, in dem Erfahrungen, praktische Bedürfnisse und Verbesserungsvorschläge gesammelt werden können.
Wir beteiligen uns gerne aktiv daran, bringen unser Fachwissen ein und helfen dabei, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.
4. Anpassungen und Verbesserungen für Schutzkleidung
Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden die Kleidungsstücke und Lösungen weiterentwickelt.
Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis Schutz, Komfort und Funktion den betrieblichen Anforderungen entsprechen.
Schutzkleidung, die in der Praxis eingesetzt wird, bietet echte Sicherheit
Das Wichtigste ist, dass die Kleidungsstücke von denjenigen getragen werden, die sie benötigen. Deshalb sollten die Nutzer frühzeitig in die Auswahl und Gestaltung von Schutzkleidung einbezogen werden. Sie wissen am besten, welche Eigenschaften, welcher Komfort und welche Ergonomie erforderlich sind, um sicher und effizient zu arbeiten.
Für Sicherheitsbeauftragte und Einkäufer bedeutet dies eine klare Verantwortung. Bei der Sicherheit geht es nicht nur um Normen, sondern auch darum, wie sich die Kleidungsstücke im Arbeitsalltag bewähren.
Durch realistische Tests schaffen Sie eine solidere Grundlage für Ihre Entscheidungen und tragen zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz bei.
“Das Wichtigste ist, dass die Kleidungsstücke von denjenigen getragen werden, die sie benötigen.”
Der richtige Schutz beginnt mit den richtigen Fragen
Kontaktieren Sie uns über das Formular, um Hilfe bei der Auswahl des richtigen Schutzes für Ihre Arbeitsumgebung zu erhalten, oder vereinbaren Sie einen Termin mit einem unserer Experten.

